WordPress-SEO ohne Ampel: die zehn Dinge, die messbar zählen
SEO-Plugins geben gern Punkte. Das ist verlockend, weil es messbar aussieht — aber Google vergibt keine Punkte für Keyword-Dichte. Was ein Plugin wirklich beeinflussen kann, ist eine kürzere Liste, und sie ist vollständig hier.
Was ein Plugin tatsächlich steuert
- Titel und Beschreibung, die in der Trefferliste stehen
- Ob eine Seite indexiert wird und welche Adresse als maßgeblich gilt
- Strukturierte Daten für angereicherte Ergebnisse
- Die Sitemap, die Google findet
- Weiterleitungen, wenn sich eine Adresse ändert
- Vorschaubilder für soziale Netzwerke
Alles andere — Inhalt, Relevanz, Verlinkung, Aktualität — hängt an dir. Ein Plugin, das mehr verspricht, verkauft eine Ampel.
1. Titel: in Pixeln denken, nicht in Zeichen
Google schneidet Titel nach Breite ab, nicht nach Zeichenzahl. „Illustration“ und „Wiwi“ haben beide zwölf Zeichen und brauchen völlig unterschiedlich viel Platz. Wer in Zeichen zählt, arbeitet mit einer Näherung.
Praktisch: Das Wichtigste nach vorn, den Markennamen ans Ende, und jede Seite bekommt einen eigenen Titel. Zwei Seiten mit demselben Titel konkurrieren miteinander.
2. Die Beschreibung ist Werbetext, kein Ranking-Faktor
Sie beeinflusst nicht die Position, sondern ob geklickt wird. Schreib sie wie einen Satz, der jemanden abholt, der gerade sucht — nicht wie eine Aufzählung von Suchbegriffen. Rund 155 Zeichen werden gezeigt.
3. Eine H1, danach Struktur
Eine Seite hat eine H1 — das ist meistens der Beitragstitel. Danach gliedern H2 und H3 den Text. Das ist kein Trick, sondern Lesbarkeit: Wer den Text überfliegt, findet an den Zwischenüberschriften, ob er richtig ist.
4. Interne Links sind der unterschätzteste Hebel
Eine Seite, auf die nichts verweist, ist für Google eine Sackgasse. Verlinke aus laufenden Texten heraus, mit einem Linktext, der sagt, was kommt — nicht „hier“. Ein neuer Beitrag sollte am selben Tag von mindestens zwei bestehenden Seiten erreichbar sein.
5. Strukturierte Daten: vollständig oder gar nicht
Eine unvollständige Auszeichnung ist schlechter als keine: Google meldet sie als Fehler und zeigt trotzdem kein angereichertes Ergebnis. Deshalb sollte ein Werkzeug nichts ausgeben, solange Pflichtangaben fehlen — und sagen, welche es sind.
Prüfe eine Beispielseite im Test für Rich-Suchergebnisse. Was dort nicht erscheint, existiert für Google nicht — unabhängig davon, was das Plugin anzeigt.
6. Die Sitemap: eine, und erreichbar
WordPress bringt eine mit, jedes SEO-Plugin auch. Zwei gleichzeitig sind nur verwirrend. Prüfe nach der Einrichtung, dass genau eine erreichbar ist, dass sie die richtigen Inhaltstypen enthält und dass nichts darin steht, was auf noindex steht.
7. Weiterleitungen: der einzige Punkt, an dem man wirklich etwas kaputt macht
Ändert sich eine Adresse, braucht es eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf das inhaltlich passende Ziel — nicht pauschal auf die Startseite. Zwei Fehler kommen dabei immer wieder vor: Ketten über mehrere Stationen und Schleifen, die sich im Kreis drehen.
Exportiere deine Weiterleitungen, bevor du ein SEO-Plugin wechselst. Sie sind das Einzige, dessen Verlust sofort weh tut.
8. Was nicht in den Index gehört
- Interne Suchergebnisseiten
- Anhang-Seiten einzelner Bilder
- Dünne Archivseiten, etwa nach Autor bei nur einem Autor
- Dubletten durch Filter- und Sortierparameter
9. Bilder
Sprechende Dateinamen, ein Alt-Text, der beschreibt statt Begriffe zu stapeln, und eine Dateigröße, die zur Anzeigegröße passt. Das Letzte zählt doppelt: Es ist zugleich der größte Hebel für die Ladezeit.
10. Geduld, und die richtige Messgröße
Änderungen brauchen Wochen, manchmal Monate. Die brauchbarste Messgröße ist nicht die Position für einen Begriff, sondern wie viele verschiedene Suchanfragen deine Seite überhaupt erreichen — sie wächst früher und schwankt weniger.
Häufige Fragen
Brauche ich überhaupt ein SEO-Plugin?
Wie oft sollte ich alte Beiträge überarbeiten?
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