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WordPress-Backup: wie oft, wohin — und woran du es merkst

18. August 2026·5 Min. Lesezeit

Fast jede Website hat ein Backup-Plugin. Deutlich weniger haben ein Backup, das im Ernstfall trägt. Der Unterschied liegt nicht am Werkzeug, sondern an drei Entscheidungen, die man einmal trifft und danach vergisst: wie oft, wohin, und wie man merkt, dass es hält.

Die einzige Zahl, die zählt: wie viel darfst du verlieren?

Der Takt einer Sicherung folgt nicht dem Gefühl, sondern einer Frage: Wie viel Arbeit darf verloren gehen, ohne dass es weh tut? Ein Blog mit einem Beitrag pro Woche verliert bei täglicher Sicherung nichts. Ein Shop mit vierzig Bestellungen am Tag verliert bei täglicher Sicherung bis zu vierzig Bestellungen.

Art der WebsiteDatabaseDateien
Blog, Firmenseite, wenig Änderungentäglichwöchentlich
Redaktion mit mehreren Autorentäglichtäglich
Shop oder Mitgliederbereichstündlich bis mehrmals täglichtäglich
Vor jedem Updatezusätzlich, immerzusätzlich, immer

Dateien ändern sich seltener als die Datenbank — Bilder, Themes und Plugins bleiben tagelang gleich. Deshalb lohnt es sich, beides getrennt zu takten: die Datenbank oft, die Dateien selten.

Wohin: die 3-2-1-Regel, kurz erklärt

Drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus. Für eine WordPress-Seite heißt das übersetzt: die Live-Daten, ein Archiv auf dem Server, ein Archiv woanders.

Der dritte Punkt ist der, an dem es meistens hakt. Ein Archiv, das im selben wp-content/uploads liegt wie die Website, überlebt einen Festplattenfehler nicht, keinen gelöschten Account und keinen Angreifer, der aufräumt.

Die Sicherung deines Hosters ist gut, aber sie ist kein zweiter Ort. Fällt der Hoster aus, fällt beides zusammen aus. Sie zählt als eine Kopie, nicht als zwei.

Wie lange: Aufbewahrung ist kein Speicherplatz-Thema

Wer sieben Tage aufbewahrt, merkt einen Schaden, der vor acht Tagen passiert ist, zu spät. Genau das ist der häufige Fall: Eine Datenbank wird beschädigt oder Schadcode eingeschleust, und es fällt erst Wochen später auf.

Eine brauchbare Staffel: die letzten sieben Tage, dazu vier Wochenstände und drei Monatsstände. Das kostet wenig zusätzlichen Platz und deckt den Fall ab, in dem man weiter zurückmuss, als man dachte.

Verschlüsseln — und wo der Schlüssel liegt

Ein Archiv enthält die ganze Datenbank: Benutzerkonten, Bestellungen, E-Mail-Adressen, Kommentare. Liegt es unverschlüsselt bei einem Speicheranbieter, ist es genau so vertraulich wie dieser Anbieter.

AES-256 ist der übliche Standard, und die Frage danach ist nicht „ob“, sondern wo der Schlüssel liegt. Neben dem Archiv nützt er nichts. Kakapo Backup verschlüsselt mit deinem Schlüssel und speichert ihn nicht mit — was bedeutet, dass du ihn getrennt aufheben musst. Ein Passwortmanager reicht.

Woran du merkst, dass es hält

Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung. Es gibt zwei Prüfungen, und beide braucht man:

  1. Leg eine Staging-Kopie an — niemals auf der Produktivseite üben.
  2. Spiel das jüngste Archiv dort ein.
  3. Ruf Startseite, eine Unterseite, das Backend und, falls vorhanden, den Warenkorb auf.
  4. Prüfe eine Handvoll Datenbankinhalte: den letzten Beitrag, die letzte Bestellung, einen Benutzer.
  5. Notiere, wie lange es gedauert hat. Diese Zahl ist deine echte Ausfallzeit.
Einmal im Quartal reicht. Setz dir eine Erinnerung — der Test wird sonst nie gemacht, weil er nie dringend ist.

Der Sonderfall, der am häufigsten vorkommt

Die meisten „Notfälle“ sind kein Serverausfall, sondern ein Update, das etwas zerlegt hat. Dafür braucht es kein vollständiges Zurückspielen, sondern einen Rückweg für genau dieses eine Plugin — und idealerweise eine Sicherung, die automatisch vor jedem Update entsteht.

Prüf deshalb bei deinem Werkzeug: Legt es vor Updates von selbst einen Punkt an? Und werden diese Punkte anders aufbewahrt als die gewöhnlichen Läufe? Ein Rückweg, den die Aufbewahrungsgrenze nach drei Tagen wegräumt, ist keiner.

Häufige Fragen

Reicht ein Plugin, oder brauche ich beides — Plugin und Hoster?
Beides ist besser, weil es zwei unabhängige Wege sind. Wenn du dich für eines entscheiden musst, nimm das Plugin: Du bestimmst Takt, Ort und Aufbewahrung selbst und kommst ohne Ticket an die Archive.
Wie groß wird so ein Archiv?
Meist bestimmt die Mediathek die Größe, nicht die Datenbank. Wer inkrementell sichert und gleiche Dateien nicht doppelt ablegt, kommt mit einem Bruchteil aus.
Muss ich die Mediathek jedes Mal mitsichern?
Nein. Bilder ändern sich selten. Eine wöchentliche Dateisicherung neben der täglichen Datenbank ist für die meisten Seiten der richtige Zuschnitt.
Was ist mit der DSGVO?
Ein Archiv enthält personenbezogene Daten. Es gehört damit in dein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, braucht eine Löschfrist und sollte verschlüsselt sein — besonders, wenn es außer Haus liegt.
Und wenn die Seite schon befallen ist?
Dann sichert jede weitere Sicherung den Schadcode mit. Deshalb sind ältere Stände so wertvoll: Man braucht einen aus der Zeit davor, und den hat nur, wer lange genug aufbewahrt.

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